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Mörnsheim – der ideale Urlaubsort

Bei großer Hitze folgen wir von Solnhofen den schmalen Pfaden des Altmühltal-Panoramawegs nach Mörnsheim.

Kurz bevor ich den Bahnhof in Solnhofen erreiche, öffnet sich die Tür eines unscheinbaren Ladens und ein freudiges und vertrautes “Hey” erreicht meine Ohren. Wenn ich mich richtig erinnere, dann kamen Sebastian und ich 1993 auf das Georg-Büchner-Gymnasium in Letter. Es war der Startschuss für eine tolle Freundschaft, die geprägt ist von vielen gemeinsamen Erfahrungen in der Jugend, legendären Partys und Urlauben von Lloret de Mar bis zum Tafjordfjella in Norwegen.

Bevor es auf den Altmühltal-Panoramaweg geht, deckt sich mein neuer Begleiter noch beim ansässigen Bäcker ein. Als Motivationsspritze hält er mir eine Zeitung entgegen, die “Hitzerekord – 34 Grad” titelt. In diesem Sinne geht es für uns bergauf und für den Schweiß bergab. Nach gigantischen 1,5 Kilometern machen wir bei den Zwölf Aposteln halt. Die Felstürme aus dolomitischen Schwammkalk sind das Symbolbild des Naturparks. Wir sitzen auf einem dieser Türme, genießen den herrlichen Ausblick und Sebastian beobachtet in alter “Lord Castlepool” Manier die Schmetterlinge. Nach einem weiteren unglaublichen Kilometer sitzen wir im Biergarten des Gasthofes 13. Apostel, gönnen uns ein Radler, ein Eis und treiben die Entschleunigung für den Jungen aus der Hauptstadt auf die Spitze.

Um Aiko ein wenig zu entlasten, befreie ich ihn von seinem Rucksack und wir kämpfen uns weiter durch die brütende Hitze. Am späten Nachmittag erreichen wir eine Anhöhe vor Mörnsheim. Wir benötigen einige Minuten bis wir in dem in unserem Reiseführer beschriebenen idealen Urlaubsort den ersten Menschen erspähen. Im ausgetrockneten Ortskern angelangt bleiben wir bei der Suche nach unserer Pension verdutzt vor einem Schild stehen. Neben den Namen unserer Pension sieht man auf dem Schild das Bild eines Pools. Da ich bei der Buchung der Unterkünfte einfach nach dem günstigsten Preis gegangen bin, glaube ich das erst, als ich das kühle Nass an meinem Körper spüre. Es ist der heißeste Tag auf meiner Reise und der erste Tag, an dem ich eine Unterkunft mit Pool habe. Mehr Glück kann ich mir gerade nicht vorstellen. Lediglich der kleine Vierbeiner schaut ein wenig verärgert, da er vor dem Gatter warten muss.

Dass im Reiseführer beschriebene dichte Netz an Gasthöfen ist eher ein Bindfaden und so sitzen wir im Gasthof zum Brunnen und speisen bei recht amtlichen Preisen ein durchschnittliches Essen. Aber wir wollen nicht meckern, denn selbst der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist hier schon öfters eingekehrt. Beim ersten Mal suchte er und seine aus dem Nachbarort stammende Frau DSK noch Schutz vor einem Unwetter, was sie auf einer Radtour überraschte. Aber laut Reiseführer folgten weitere Besuche, wofür auch an den Wänden des Gasthofes die Beweisfotos hängen.

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